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Ein Ort auf Zeit

Ein kleines Abenteuer am Rand der Vergänglichkeit

Ein Ort, den kaum jemand kennt. Ein Gletschersee, der bald verschwunden sein wird. Zwei Menschen, die ihn aus nächster Nähe und aus der Luft erleben wollen. Andreas Busslinger und Jürgen Niederer brechen zu einem Microadventure auf und lassen die raue Natur und die Stille auf sich wirken. 

Das Gletscherabenteuer

am Gerenpass Das Bedrettotal im Norden des Kantons Tessin kennt kaum jemand. Es liegt abseits der grossen Routen, ist wild, unübersichtlich, rau. Genau das interessiert Andy und Jürgen. Ein Hinweis bringt die beiden zum Gerenpass. Mit einem Gletschersee, entstanden erst vor wenigen Jahren durch den Rückzug des Chüeboden-Gletschers. Ein Ort von seltener Schönheit mit Ablaufdatum. Denn in wenigen Jahren wird der See wohl verschwunden sein. Dort wollen sie hin. Zum Sehen, zum Übernachten, zum Fliegen. 

Schon bei der Planung ist klar: Ein Start beim See wird nicht möglich sein. Zu steil, zu viel Geröll, zu riskant. Doch es gibt eine Lösung: etwas unterhalb gibt es aussichtsreiche Startplätze – das Ziel für den nächsten Tag. Der Weg zum See ist rau, es ist Vorsicht geboten. Am gegenüberliegenden Hang lösen sich immer wieder Felsbrocken und donnern ins Tal. Der Weg führt am Rand entlang – ein Pfad zwischen Risiko und Staunen. Doch gerade diese Spannung macht das Erlebnis 
so besonders.

Stille Nächte, laute Berge

Der Gletschersee liegt auf 2671 Metern Höhe. Abgeschieden, still, mit scharfen Konturen. Kurz vor Sonnenuntergang tauchen Besucher auf: ein paar Steinböcke, hoch oben am Hang. Ruhig, fast teilnahmslos beobachten sie die menschlichen Eindringlinge. Ein stiller, intensiver Moment.

Dann bricht die Nacht herein. Wir schlagen unser Zelt auf, öffnen eine Flasche Wein, Abendessen gibt’s aus dem Rucksack. So lassen wir den Tag ausklingen, unter einem Himmel, wie man ihn nur selten sieht. Die Milchstrasse spannt sich quer über das Tal, die Sterne leuchten klar. Es ist ein astronomisches Bild, hier wird’s zur Realität. Zwischen Gesprächen und Stille lauschen wir der Bergwelt. Das Rumpeln herabstürzender Felsblöcke tönt wie eine Begleitmusik in dieser fragilen Landschaft. Die Nacht am See ist magisch und ein Erlebnis, das bleibt.

Bereit zum Abheben

Am nächsten Morgen haben die beiden Piloten Zeit. Erst wenn sich die Thermik ankündigt, wollen sie starten, um den See und die Landschaft aus der Luft zu bewundern. Die Bedingungen versprechen Gutes. Dann ist es so weit. Bei besten Bedingungen heben sie ab. 

 

Zwei Stunden lang kreisen sie über den Gletschersee, die Moränen, das Geröll, das türkisblaue Wasser. Die Thermik trägt sie auf über 3000 Meter Höhe. Die Magie der Landschaft offenbart sich erst richtig aus der Luft. Irgendwann beginnt sich der Himmel zu verändern, erste Wolken ziehen auf. Es ist Zeit, ins Tal zu fliegen. So wie es angefangen hat, endet das kleine Abenteuer am Gerenpass; ruhig und inmitten der Natur. Zurück bleiben grossartige Bilder und bleibende Eindrücke.

Die Ausrüstung

Das Team

Andy Busslinger

Andy gilt als einer der renommiertesten Gleitschirmfotografen und ist Lehrer vom Beruf. In seiner Freizeit ist er am liebsten selbst beim Gleitschirmfliegen.

Jürgen Niederer

Jürgen ist Gleitschirmpilot und leidenschaftlicher Streckenflieger. Mit jedem Flug und Abenteuer sammelt er neue Erfahrungen und entdeckt die Freiheit zwischen Himmel und Erde.